Lepenik – Mögliche Unausweichlichkeiten

 


 
 
 
 
Verhinderter Pop, Klavier und Sinustöne, reduzierte morphende Melodien, da und dort hatscherte Drums. Hartnäckig. Nichts wiederholt sich, alles tut aber so als würde es.


Vorstudien zu „poSTepeno“ und „Grete vor dem Haus“, das Spiel mit konsequent unstabiler Harmonik und Wahrnehmung von Veränderungen.
Schon 2007 auf dem Netz-Label „bruit“ erschienen, um fast 2 Stunden mit neuerem Material erweitert.
Der Directors’s Cut sozusagen. Doppel-CD sozusagen. Schönes Cover.

Eine Zusammenarbeit mit Schnapsidee Records.

Reviews:

Zuletzt begegnete man Robert LEPENIK, als er sich mit PoSTepeno in die Sammlung Prinzhorn vertiefte und die Schizophrenie der Patientin St. Da gab es schon 'Junkie', das nun auch einführt in Mögliche Unaus­weichlichkeiten (Schnapsidee 27 / Chamfu Nocords, 2 x CD-R). Bereits 2007 entstanden, enthält es nämlich Vorstufen von Lepeniks Dröhnmini­malismus, Variationen von glissandierenden Shepard-Skalen-Illusionen und geduldig sich selber lauschende Pianoklimperei. Aber welche Spu­ren kreuzen sich da? Ein Drogenmotiv, unterstrichen durch 'Chemie'. Die Phantasmen des Kultfilmers Jean Rollin. Wobei Lepenik aus dessen Sex- & Vampir-Ploitation speziell 'La nuit des traquees' hervorhebt, das albtraumhaft von Gedächtnisschwund bestimmt ist. Das Albtraumhafte unterstreichen auch die Covermotive mit (ausgerechnet) Oliver Hardy, auf der Flucht vor einem Schachbrettmuster, als Gekreuzigter (!), als Teufelsbraten (aber so kennt man ihn ja). Das erinnert zugleich ein we­nig an Number 6 und an Dylan Dog in seinem surrealen Albtraum L 'in­cubo dellindagatore. Lepenik hat da längst schon seine repetitive Pia­nominimalistik voll ausgebildet, und verbeugt sich zuletzt vor Jehan Alain, dem französischen Komponisten und Organisten, der 1940 mit nur 29 Jahren gefallen ist. Aber wofür dankt er Aleister Crowley (neben etwa der Comiczeichnerin Edda Strobl und den beiden Schnapsidee-Machern Arne Glöckner und Bienendoktor Brodschneider)? Welche 'Didaktik' wird in über 200 Lektionen gelehrt, und an welcher Schule? Lautet das Lehrfach Geduld und Ausdauer? CD 2 dröhnschwankt über ungeschnittene 80 Min., die zu unterbrechen mit schweren Dachschä­den und Entzugserscheinungen bestraft wird. Oder 'Ungehorsam'? Es gibt bei Lepenik definitv ein ausgeprägtes und auch - als Repetition und Halteton mit leichten Schwankungen - hörbares Entropiebewusstsein, aber auch einen starken Akzent auf dem Konjunktiv. Nur 'ein Versager stirbt den Erschöpfungstod'.
Bad Alchemy

Music by (Robert) Lepenik has been reviewed before here, either solo, or with his duo Laleloo and Krst. Here he has a double CDR of which most tracks on the first CDR were previously released online by Bruit, and the second CDR (with just a single track) is a new piece. At the very heart of the music we find piano and sine waves, but both of these are treated in some kind of computer way. Sometimes it leans towards the piano sound, sometimes more to the sine wave side of things, and sometimes Lepenik creates small rhythms out of the sound material, and everything has gone abstract. It makes the first disc with its fourteen pieces quite an enjoyable release. The second disc, with it's one piece that lasts nearly eighty minutes offers less variation. Maybe all the sound parts of the first disc were thrown into this one and hustled up some more and deep fried into an ultra sonorous ambient sine wave piece. Piano seems to be not present here at all, and this is a piece of music to be played at a low volume I think, or perhaps: try playing it simultaneously with the other disc and set volumes accordingly. Nice package altogether of fine ambient music, microsound and more serious electronic music.
Vital Weekly

Stan & Olli, vielleicht besser bekannt als Dick & Doof, standen mit ihrem Chaos Pate für den Kontext der DCD-R “Mögliche Unausweichlichkeiten” von ROBERT LEPENIK, dem Österreicher, der mittels avantgardistischer (Hochton-) Soundskulpturen abstruse wie reelle Begebenheiten einfängt & festhält.
Erstmalig erschien “Mögliche Unausweichlichkeiten” (2007) in Form eines kostenfreien Downloads über das renommierte Netlabel Bruits, dessen Umfang ROBERT LEPENIK um geschlagene 2 Stunden (’2 hours’ + 2 Stücke) erweiterte, weshalb die DCD-R Variante, die über Schnapsidee & Chmafu Nocords das Licht der Welt erblickte, nur im Ansatz dem Original gleicht. PS: Gefallen mag das höchst edel und passend gestaltete Digipack (Ollie meets Satan!) aus Umweltpappe, hingegen CD-R’s für ein derart stimmiges Konzeptwerk zu verwenden, ist fast eine Schande!
Chaos mit oder ohne tieferen Sinn, bleibt letztlich die Frage am Ende von LEPENIK‘s “Mögliche Unausweichlichkeiten“, das Themen wie ‘Junkie‘, ‘Ein Versager stirbt den Erschöpfungstod‘, ‘Am finalen Strand von Jean Rollin‘ oder ‘Eine Rose (auf dem Tisch) in Carola’s Haus‘ im Akkord “durchläuft” und Fragen wie Verstörung zugleich aufwirft – Wahnsinn!
Ähnlich Verwirrung verursacht die Tonkunst von ROBERT LEPENIK, deren Strukturen zwischen teilweise zusammenhangslosen Piano Geklimper und minimalistischen (Hochton-) Drones pendeln, welche eine meist monotone Masse ergeben, in der keine Wiederholungen existieren, so der Interpret selbst. Ohne dauerhafte Konzentration scheint eine halbwegs gescheite Evaluierung von “Mögliche Unausweichlichkeiten” unmöglich, das bei der kleinsten Unachtsamkeit in Lichtgeschwindigkeit am Ohr vorbeirauscht, außer sie/ er erwischt eine lang anhaltende abstrakte Phase, wo innerhalb eine minutenlangen Zeitraumes die (fast) identischen Sequenzen ertönen.
“Mögliche Unausweichlichkeiten” – insgesamt eine sehr schwer zu durchdringende Arbeit, womit die Mehrheit im Untergrund, der Rest ist sowieso außen vor, ihre liebe Not haben dürfte, bestimmt das Ziel von ROBERT LEPENIK, welcher diesen künstlerischen Monolith als Grundstock für seine DLP “poSTepeno” ins Feld führt.
Fazit:
Zähflüssige Kost beschreibt “Mögliche Unausweichlichkeiten” von (ROBERT) LEPENIK eindrucksvoll, dessen strange und überwiegend monotone Atmosphären den Zugang zum Kern, dem Chaos, nicht erleichtern, aber bei hohem Freizeiteinsatz und durchweg konstanter Konzentration erreicht sie/ er das Ziel Hörerlebnis – meine eingeschränkte Empfehlung!
Kulturterrorismus

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