Manon-Liu Winter – Stones No.2

 

 
 
 
 
 
 
 
 
Solostücke für Klavier 2011/12

1. Stones No 2
Klaviersolo, 2012
Mix: Christoph Amann

2. Insite 4/3a
Pianosolo & Prerecorded Sounds, 2011
Mix: Daniel Mayer

Composition: Manon-Liu Winter
Played by Manon-Liu Winter

Reviews:

Manon-Liu Winter is a composer and musician who uses the piano. Here she performs two pieces for prepared piano. There is first the title piece, which is all solo piano, as the title indicates and the other piece, 'Insite 4/3a' has 'piano solo and prerecorded sounds', which seem to be the shattering of glass with stones and is mostly a heavy piece of piano violence, slowly building up and up and coming to a major outbreak but ending however with a gentle tone. It's an intense and violent piece. The title piece is probably as intense but it works on a different level, I think. Here we have the piano, being played from every possible angle: with objects on the strings, regular playing, by using the wood as percussion and Winter moves around this with great care. Sometimes it shakes and rattles and howls like a storm, but she knows how to bring calm and depth, dynamics and here we find the piece in a fine contemplative mood. These two pieces are quite different, but are great.
Vital Weekly

Schon ein kurzer Blick in ihren Terminkalender 2013 zeigt die Bandbreite von MANON-LIU WINTER als Pianistin ohne Grenzen: Im Juni war sie zusammen mit Franz Hautzinger beim Open FormFestival in Kopenhagen, im Oktober zusammen mit der Schlagwerkerin Jaro Gregorovic im Stadttheater Bruck a. d. Leitha; im November performte sie beim shut up and listen!-Festival in Wien "ASLSP" von Cage; dazwischen war sie, ebenfalls in Wien, mit dem Trio deepseafishK beim Open CultureFestival und bei der Viennale, um improvisatorisch - und im zweiten Fall sogar als Livesoundtrack zu Dokumentarfilmen - vom K der Keys der SaitenInstrumentenHorizontale abzutauchen ins Innere der Instrumente und ins Innere der Töne. In die gleiche Innenwelt führt sie die Imagination auch bei Stones No. 2 (CD-R in runder Metallbox), zuerst mit dem gleichnamigen puren Klaviersolo und sodann bei 'Insite 4/3a' mit zusätzlichen Zuspielklängen. Über knurschenden Kies und knisterndes Laub führen Pfade in einen Zaubergarten, in dem der Wind und die staunenden Finger an Blätter aus Metall streifen, in dem sie neugierig an Pflanzen aus merkwürdigem Holz mit Trieben aus Draht stupsen und klopfen. Was sie flirren und federn, kristallin klirren und rieseln oder auch, bei allzu heftigen Schlägen, gewaltig brummen und rumoren lässt. Kräftiges Harfen und Rütteln löst zuletzt ein Charivari aus, bei dem Blätter wie Teller und Dachziegel runter hageln und zerdeppern. Kurz gesagt, Winters so faszinierend aufrauschende Klangwaldpoesie entspringt, ähnlich wie der pianistische Wildwuchs von Sophie Agnel oder Magda Mayas, Cageschem Samen, wobei sie noch Earle Browns Fragilität einkreuzt, und ihre Wege andererseits an Ustwolskajaschen Monumenten vorbei führen.
Bad Alchemy

Die in Wien lebende Komponistin Manon-Liu Winter hat sich auf »Stones No. 2« dem präparierten Klavier gewidmet. Durch verschiedene Arten elektronischer Verstärkung erzeugt sie aus dem Korpus, aus dem Vibrieren der Klavierseiten oder dem Scheppern des Gehäuses ein flirrendes Spektrum, das sich wie ein kratzbürstiges Soundknäuel um den eigentlichen Klaviersound legt. Dabei bleibt der kompositorische Umgang verhalten und spartanisch, was eine stellenweise atemberaubend schöne Dynamik erzeugt. Ruppiger wird es im zweiten Stück der CD, auf »Insite 4/3a« mutieren die präparierten Sounds zu einer Symphonie aus Glassplittern und herumkullernden Porzellantassen, was erneut auf eine furiose Verdichtung hinausläuft. Wir hören großes Soundkino im Zentrum der zeitgenössischen Moderne.
Skug

Eine runde Scheibe, eine runde Blechdose, ein sparsames Cover. Nein, keine DVD, auch wenn das schmucke Döslein an einstige Filmdosen im Miniaturformat erinnern mag. Klavier solo, nicht sparsam, aber auch nicht überbordend an Materialreihungen. Wohlüberlegt wählt Manon-Liu Winter ihr Material, entwickelt es aus sich heraus, dabei äußerst organisch vorgehend. Flächen und Einzelklang, Geräusch und Ton, Repetition von Geräusch und Klang in variabler Gestaltung. Stones No. 2 nennt Manon-Liu Winter ihre CD, auf der zwei ihrer Solo-Stücke festgehalten sind: Stones No. 2, rund 19 Minuten Klavier pur, solo und doch zuweilen fast als Duo empfunden. Manon-Liu Winter verbindet das Spiel im Klavierinnenraum mit dem auf Tasten, setzt zwei Schichten einmal nebeneinander, verflicht sie dann wieder ineinander. Geräuschflächen im Klavierinnenraum neben gezielt gesetzte einzelne Töne oder knappe Tonverbindungen auf den Tasten. Es ist ein Spiel mit Parallelen, aber auch mit wechselndem Vorder- und Hintergrund. Wie aus dem Nichts beginnt die Musik, um sich sachte zu verdichten, erst ein kleiner Aufschwung, nach einigen Minuten ein weiterer, doch immer wieder wird er zurückgenommen. Anders, die in Stones No. 2 stets angedeutete Energie voll ausspielend, klingt Inside 4/3a. Auch diese rund 15 Minuten spielen mit ähnlicher Klanglichkeit, ähnlichem Ausgangsmaterial. Hinzu tritt eine Zuspielung, in der Manon-Liu Winter aufgenommene Klänge, auch hier sparsam im Ausgangsmaterial, klanglich ein wenig bearbeitet. In Inside 4/3a begegnen sich Klavier und Zuspielung als zwei miteinander interagierende Klangpartner. Hier nun verdichten sich die Texturen tatsächlich bis ins hoch Expressive, gespielt im zum Teil präparierten Klavierinnenraum, ein Reiben und Rollen über die Saiten, ein Hämmern und Schlagen, ein Insistieren in tiefen angeschlagenen Repetitionen. Und dann wieder, wie aus der Ferne, fast sehnsüchtig (oder doch ironisch?) ein kleines Motiv, zart, einstimmig. Man hört, man muss keine Materialschlacht austragen, um variantenreiche Kontrastbildung zu erreichen.
freiStil

“Stones No.2” è un disco di pianoforte preparato e/o suonato direttamente sulle corde, anche con utilizzo di materiali preregistrati, in equilibrio fra folate molto forti e catastrofiche e frasari più rarefatti e riflessivi, con le due tendenze che riescono addirittura a sovrapporsi e convivere. Si tratta di un disco molto valido, seppure non contenga nulla che non abbiamo già sentito dai vari Anthony Pateras, Sophie Agnel o Andrea Neumann. Ma la Winter non è affatto una donzella di primo pelo e se io non conoscevo la sua musica non posso certo fargliene una colpa.
Sands-zine

Grenzen des Machbaren ausloten, müsste die passende Aussage zu MANON-LIU WINTER‘s “Stones No. 2” sein, das keine typische Klavierarbeit im eigentlichen Sinne darstellt, sondern ein Feuerwerk der Experimentierfreude ist, deren Schwingungen entweder faszinieren oder verstören!
“Stones No. 2” publiziert die Wien ansässige Komponistin MANON-LIU WINTER über den Grazer Kunstverlag CHMAFU NOCORDS, der die zwei überlangen Tracks in Form einer limitierten CD-R (Edition), eingebettet in eine Metalldose, herausgibt.
Auch ausgewiesene Klavierfetischisten dürfte verwundern, welche Klänge MANON-LIU WINTER ihrem präpariertem Klavier entlockt, dessen Korpus sie ebenfalls zur Tongewinnung nutzt, wobei mit “Stones No.2” ein vielseitiges Endergebnis entstand. Wer nur klare Partituren ohne Schnörkel mag, kommt mit dieser höchstgradig verquasten Vorstellung defacto NICHT zurecht, die den Spagat zwischen Klassik & Noise/ Avant-garde schlägt, der anspruchsvollen Konsument(-inn)en unter Garantie zusagt. Bei diesem improvisierten Ohrenschmaus von Soundtrackcharakter reden zu wollen, käme einer wagen Vermutung nahe, welche meine Person nach einigen Hördurchläufen (am Stück) gerne aufstellt, zu verzahnt zeigen sich alle einzelnen Klänge, die in ihre Gesamtheit faszinieren & entspannen(?) – Wahnsinn!
Fazit:
Verehrer(-innen) der lupenreinen Stringenz kommen in der komplexen Akustik von MANON-LIU WINTER’s „Stones No.2“ um, hingegen Wertschätzer(-innen) der extremen Experimentierfreude erleben ein großes Licht, das aufgrund seiner wahnsinnigen Intensität weit über die Spielzeit hinaus einnimmt – meine absolute Empfehlung!
Kulturterrorismus

L'etichetta austriaca Chmafu Nocords continua ad esplorare la viva e pulsante scena musicale contemporanea austriaca pubblicando il nuovo disco della pianista Manon-Liu Winter, che fa un uso dello strumento parzialmente all'interno dei canoni della musica sperimentale, ma con un quid tutto suo e particolare riuscendo ad avere un approccio personale ed interessante. Nei due brani vengono usate delle pietre (da cui il titolo Stones No. 2) e il pianoforte preparato viene debitamente maltrattato con spunti percussivi notevoli e a tratti suonato come uno strumento a corda; il flusso sonoro che ne risulta è inquietante e sinistro, ma viene improvvisamente attraversato da momenti più suonati quasi soavi... una miscela che non mi dispiace affatto, anzi risulta comporre una atmosfera dalle forti connotazioni narrative che rende molto ascoltabile il lavoro. Rendere interessante e al contempo ascoltabile e fruibile un disco di solo piano preparato con fruscii dati dai pezzi di pietra e rumori vari alternati a frasi melodiche non è da poco, oltretutto se come in questo caso il risultato è anche fresco e dinamico.
Sodapop

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